Da ich ja als Raucher mit meinem Benzinfeuerzeug im Flieger und auch im Gepäck schon das eine oder andere Mal Probleme hatte, stellt sich jetzt für mich die Frage wie sieht das mit der E-Zigarette in der Zukunft so aus? Also ran ans Netz mal etwas recherchiert. Fangen wir mal mit dem Start, meistens mit dem Flieger an. E-Zigaretten sind laut den Regeln der internationalen Luftfahrtbehörde ICAO im aufgegebenen Gepäck NICHT erlaubt! Es wird zwar selten über Probleme berichtet, aber das heißt, dass eigentlich das Liquid aus der E-Zigarette entfernt werden muss, um gut durch den Handgepäck-Check zu kommen.

Ab ins Handgepäck mit der E-Zigarette

Beachten Sie die Informationen zur Mitnahme von Flüssigkeiten. Für Liquid gelten die gleichen Bestimmungen wie für andere Flüssigkeiten: Pro Person dürfen bis zu zehn Liquidflaschen mit einem maximalen Fassungsvermögen von je 100 Millilitern in einem “durchsichtigen, wieder verschließbaren, 1-Liter-Kunststoffbeutel” im Handgepäck mitgeführt werden. Diese Beutel sind oft am Flughafen erhältlich. Mengen, die darüber hinaus gehen, gehören in das aufzugebende Gepäck (Quelle:bundespolizei.de, Stand: 13.09.2017). Da pro Passagier nur eine Plastiktüte zugelassen ist, ist die Menge an E-Liquid, das Sie mitführen können, natürlich begrenzt. Für den Eigenbedarf sollte die Menge aber genügen, auch wenn Sie für eine etwas längere Zeit verreisen. Brauchen Sie doch mehr, können Sie Ihr E-Liquid natürlich auch auf Ihre Mitreisenden verteilen. Da Liquid als Gefahrgut angesehen werden kann, sollten Sie es zudem in den Originalfläschchen, auf denen die Inhaltsstoffe aufgelistet sind, mitführen um Probleme bei der Kontrolle zu vermeiden.

Aufgrund von Brandgefahr dürfen Sie die E-Zigarette mit Akku keinesfalls im aufzugebenden Gepäck verstauen. Akkus gelten als Gefahrgut und dürfen ausschließlich am Körper oder im Handgepäck mitgeführt werden. Achtung: Auch hier sind nur maximal zwei Ersatzakkus erlaubt. E-Zigarette / Akkus “müssen einzeln so geschützt sein, dass versehentliche Aktivierung nicht möglich ist” und dürfen während des Fluges nicht geladen oder herausgeholt werden (Quelle: lufthansa.com; “Gefährliche Gegenstände, die unter bestimmten Umständen befördert werden dürfen”; PDF-Datei, Seite 15, Stand: 25.04.2017). Vor dem Einchecken sollten Sie also am besten Akku und Verdampfer trennen (falls möglich), die E-Zigarette ausschalten und die Transportsicherung aktivieren. Damit die Teile der E-Zigarette nicht lose im Handgepäck “herumfliegen”, können Sie diese in einer speziellen Akkutasche oder E-Zigaretten-Tasche verstauen.

Wie sieht´s in Europa jetzt aus?

Wie in Deutschland  gelten in allen EU-Ländern seit 20. Mai 2016 die Vorgaben der Brüsseler Tabak-Produkt-Richtlinie (TPD II). Das beinhaltet zum Beispiel ein Verbot großer Liquid-Flaschen und macht Warnhinweise und Inhaltsangaben zur Pflicht. Auch der Nikotingehalt ist begrenzt und die Produkte müssen vorher in einer EU-Datenbank registriert werden.

Artikel 20 der Richtlinie über Tabakerzeugnisse (2014/40 / EU) enthält Vorschriften für elektronische Zigaretten, die als Verbraucherprodukte in der EU verkauft werden.

Sicherheits- und Qualitätsanforderungen für E-Zigaretten

Die Richtlinie legt eine maximale Nikotinkonzentration und -menge für Kartuschen, Tanks und Nikotin-Flüssigkeitsbehälter fest. E-Zigaretten sollten kindersicher und manipulationssicher sein und einen Mechanismus haben, der das Wiederauffüllen ohne Verschütten ermöglicht, um die Verbraucher zu schützen. E-Zigarette Bestandteile müssen von hoher Reinheit sein und E-Zigaretten sollten die gleiche Menge an Nikotin liefern, wenn sie mit der gleichen Stärke und Dauer gepufft werden. Hersteller und Importeure müssen alle Produkte, die sie auf dem EU-Markt platzieren, über ein standardisiertes elektronisches Format informieren.

Verpackungs- und Kennzeichnungsregeln für E-Zigaretten

Gesundheitswarnungen für E-Zigaretten, die die Verbraucher darauf hinweisen, dass sie Nikotin enthalten und nicht von Nichtrauchern verwendet werden dürfen, sind verpflichtend. Die Verpackung muss außerdem eine Liste der in dem Produkt enthaltenen Inhaltsstoffe, Informationen zum Nikotingehalt des Produkts sowie eine Gebrauchsinformation und Informationen zu Nebenwirkungen, Risikogruppen, Suchtpotenzial und Toxizität enthalten. Werbeelemente sind auf E-Zigaretten-Verpackungen nicht erlaubt, und grenzüberschreitende Werbung und Werbung für E-Zigaretten ist verboten.

Mehr Informationen

Seit dem 20. Mai 2017 sind in der Regel alle Produkte aus den Regalen verschwunden, die den Anforderungen nicht entsprechen. Allerdings hinken viele Länder bei der Umsetzung hinterher.

Und hier jetzt die „Sonderdampfer“: Das Dampf-Verbot ist in Belgien aufgehoben worden. Nun gelten die EU-Regeln. E-Zigaretten sollten in Dänemark sehr streng reguliert werden, das Verbot wurde aber doch nicht eingeführt. Auch in dem skandinavischen Land gelten nun die europäischen Regeln, E-Zigaretten können relativ frei erworben werden. Finnland richtet sich nach der neuen TPD, macht aber von der Möglichkeit Gebrauch, strengere Regeln anzuwenden. Es gilt ein komplettes Werbeverbot für E-Zigaretten. Auf Liquids wird eine heftige Steuer von 0,30 Euro pro Milliliter erhoben, ein kleines Fläschchen kostet allein deswegen drei Euro mehr. Zudem, und das dürfte für viele deutsche Urlauber eine wichtige Info sein, ist in Finnland nur Tabak-Liquid erlaubt. Der Verkauf von nikotinhaltigen Liquids ist in Norwegen verboten. Bei der Einreise mit nikotinhaltigen Liquids scheint es keine Probleme zu geben. Achtung: Das Quasi-Verbot für E-Zigaretten wird offenbar demnächst aufgehoben, ein genaues Datum steht aber noch nicht fest. Vielleicht ist der eine oder andere Urlaubs-Dampfer und Alpenbesucher noch verschreckt wegen Meldungen, dass in Österreich ein Dampf-Monopol herrscht und nur Trafiken Dampf-Utensilien verkaufen dürfen. Das Verfassungsgericht hat dieses Vorhaben allerdings beerdigt. In Österreich kann von Dampfern in Fachgeschäften eingekauft werden. Aber: Der Online-Handel bleibt verboten! Das entsprechende Gesetz wurde höchstrichterlich bestätigt. Auch in Polen  dürfen E-Zigaretten und nikotinhaltige Liquids nicht im Internet bestellt werden. Und: Am 1. Januar 2019 wird dort eine erhebliche Steuer auf Liquids eingeführt.

Karte am 4.7.18 aktualisiert!

In Schweden wird gerichtlich darüber gestritten, ob E-Liquids ein Medizinprodukt sind oder nicht. Dampfen ist allerdings prinzipiell erlaubt. Und es werden auch offen nikotinhaltige Liquids verkauft, sowohl online als stationär. In der Schweiz ist Dampfen zwar erlaubt, aber der Verkauf von nikotinhaltigen Liquids verboten. Viele Schweizer bestellen nikotinhaltige Liquids im Ausland, bis zu 150 Milliliter sind erlaubt. Das dürfte Urlaubern aber wenig nützen. Wer Nikotin braucht, muss also Vorräte mitbringen. Die beliebteste Urlaubsdestination der Deutschen, Spanien,  ist auch ein gutes Ziel für Dampfer. Dampfen unterliegt zwar den Rauchverboten, ist ansonsten aber legal. Es gibt in Italien zahlreiche Shops. Legale Verwendung von E-Zigaretten, jedoch auf Schulgeländen untersagt. Bei Zuwiderhandlung droht eine Geldstrafe mehrerer hundert Euro, je nach Schwere des Vergehens. Die Verwendung von E-Zigaretten in Frankreich in der Öffentlichkeit ist eingeschränkt. Bei Verstoß gegen diese Richtlinien erwarten den Dampfer saftige Geldstrafen von bis zu 750€. Dampfen an rauchfreien Orten ist in der Türkei nicht erlaubt, der Verkauf von Liquids illegal. Es drohen Geldstrafen in vierstelliger Euro-Höhe bei Zuwiderhandlung. Dampfen an öffentlichen Plätzen ist in Kroatien verboten, bei Zuwiderhandlung droht ein Bußgeld in Höhe von rund 150€. In Griechenland  ist die E-Zigarette legal ohne bekannte Einschränkungen. E-Zigaretten sind in Portugal legal und erhältlich.

Infos von Dampferinnen & Dampfer

Ergänzung 04.07.2018:

In Bulgarien und Ungarn unterlag man den gleichen Richtlinien wie Raucher. Innerhalb öffentlicher Gebäude und auf deren Gelände (Museen, Rathäuser, Schulen, Kirchen, Krankenhäuser etc.) herrscht Rauchverbot. Besonders sensibel war man auf Stätten des Kulturerbes, wie Ausgrabungen oder in alten Kirchen/Klostern. Die Geldstrafen sollen dabei ziemlich saftig sein, getestet habe ich es jedoch nicht! Gastro-Besitzer dürfen selbst ihre Regeln festlegen i.d.R. war jedoch in Gastronomieeinrichtungen Rauchverbot und auf der Terrasse das Rauchen gestattet. So war es zumindest im Sep. 2017 noch.

Ergänzungen 02.09.2018:

Hey…. Also in Frankreich hatten wir nie Probleme… Da dampft fast jeder 3.te. Momentan sind wir hier in Norwegen…. Dampfer sieht man ganz ganz selten…. Sowie nen Dampfshop…In Westnorwegen gibt’s nur 1 Laden. Nikotinhaltige Liqueds dürfen hier nicht verkauft werden. Mitnahme bei Ryanair war auch kein Problem weder Liqued noch Akkus. Vielleicht hilft dir das etwas

Griechenland Kos: man sieht schon recht vermehrt Leute Dampfen aber der Verkaufsmarkt ist mehr als schlecht hier!!!! Bsp. 10ml fertiges Liquid 8€ und das beste Gerät das ich gesehen habe war so ein Stick von Ego Aio oder wie die heißen.

Hier in Holland wird es immer populärer. Das letzte mal im offliner kamen 4 leute in ner stunde mit dem wunsch aufzuhören. Man sieht aber doch relativ wenige menschen dampfen, dafür viele rauchen. Seltsam angeschaut wird man beim dampfen aber nicht. Die preise hier sind etwas höher als in deutschland glaube ich, allerdings ist das von geschäft zu geschäft sehr unterschiedlich. Es gibt für dieses kleine land relativ viele hersteller von liquids. Darum kann man hier sicher das eine oder andere finden was man zuhause nicht bekommt.

So das soll es erst mal gewesen sein. Alle Angaben sind im Netz recherchiert und natürlich ohne Gewähr. Also bitte prüft vor der Reise was mitgenommen werden darf und wie man sich in der Fremde verhält. Und wem es in die Ferne zieht, der bekommt hier weitere Informationen.

Euer Stephan