Egal wo man sich im Bereich Dampfen bewegt, das Wort Nikotin taucht immer wieder auf. Nikotin, ist ein natürlich in den Blättern der Tabakpflanze sowie in geringerer Konzentration in anderen Nachtschattengewächsen vorkommendes Alkaloid*.

Wann wurde Nikotin entdeckt?

Die Tabakpflanze wurde in Amerika von den Maya spätestens seit dem 10. Jahrhundert rituell konsumiert. Im Jahr 1492 wurde Christoph Columbus bei Ankunft in der neuen Welt getrockneter Tabak präsentiert. Der Botschafter Frankreichs in Portugal, Jean Nicot de Villemain, sandte im Jahr 1560 Samen von Nicotiana tabacum an den französischen König, der ihre medizinische Verwendung förderte.

Nicotin wurde unter der Bezeichnung Nicotianin erstmals 1828 durch den Chemiker Karl Ludwig Reimann und den Mediziner Christian Wilhelm Posselt im Rahmen eines Wettbewerbs der Universität Heidelberg isoliert; die Benennung wählten sie nach Jean Nicot. Die chemische Struktur wurde von Adolf Pinner und Richard Wolffenstein aufgeklärt. Im Jahr 1851 wies der belgische Chemiker Jean Servais Stas nach, dass Hippolyte Visart de Bocarmé sein Opfer Gustave Fougnies mit Nicotin vergiftet hatte.

Nikotingehalt in einer Zigarette und die Aussagekraft

Zuggefluester Episoden-Banner Der Nicotingehalt des Rauchs einer Zigarette beträgt etwa 0,9 Milligramm. Der Nicotinanteil in getrocknetem Tabak liegt bei 0,6 bis 2,9 Prozent der Trockenmasse. Hierbei ist jedoch zu beachten, dass die Angabe der Nicotinmenge pro Zigarette nur eine äußerst eingeschränkte Informationsqualität besitzt, da der Gehalt an aufgenommenem Nicotin je nach Art der Inhalation und der Konstruktion der Zigarette variiert.

Des Weiteren ist von wesentlicher Bedeutung, dass ein Raucher durch die Umstellung auf nicotinreduzierte Zigaretten nicht zwingend weniger Nicotin pro Tag zu sich nimmt, da viele Raucher an diesen stärker und länger ziehen. Die Zigarette selbst enthält wesentlich mehr Nicotin (circa 12 mg, siehe Abschnitt toxische Wirkung), das beim Rauchen jedoch größtenteils einfach verbrennt, bevor es eingeatmet wird.

Abhängigkeit bei Nikotin

Nicotin ist hauptsächlich mitverantwortlich für die Abhängigkeit von Tabakerzeugnissen. Die Suchtwirkung des Nicotins wird durch im Tabakrauch enthaltene Monoaminooxidase-Hemmer verstärkt. Vergleiche von Tierstudien und Studien über menschlichen Drogenkonsum zeigen auf, dass pures Nicotin nur wenig, Tabakzigarettenrauch ein sehr hohes Suchtpotenzial aufweist. Nicotin hat in Verbindung mit anderen Stoffen im Tabakrauch ein extrem hohes Abhängigkeitspotenzial und kann sehr schnell zu einem abhängigen Verhalten führen. Laut einem im Jahr 2007 veröffentlichten Papier von D. Nutt u. a. liegt das Abhängigkeitspotenzial von Tabakrauch zwischen Alkohol und Kokain.

Genauer gesagt, liegt das physische Abhängigkeitspotenzial bei dem von Alkohol bzw. Barbituraten und das psychische Abhängigkeitspotenzial bei dem von Kokain. Ein Vergleich mit der Sucht nach Opiaten wie Heroin ist nicht angezeigt, weil diese weitaus komplizierter zu behandeln ist und die Entzugserscheinungen schwerwiegender sind. Es reichen wenige Zigaretten oder wenige Tage mit kleinem Zigarettenkonsum bis zum Eintritt der körperlichen Abhängigkeit. Das Abhängigkeitspotenzial von oral aufgenommenem Nicotin ist deutlich geringer, Pflaster haben fast kein Abhängigkeitspotenzial.

zuggefluester_Episoden-TrennerNikotin überhaupt schädlich?

Solang eine Dosis von 500 bis zu 1000 mg nicht überschritten wird entstehen keine Risiken die, die Gesundheit beträchtlich beeinflussen. Außerdem ergibt sich bei dem Konsum von zu viel Nikotin Übelkeit und Erbrechen, somit ist es sehr unwahrscheinlich Probleme aufgrund einer Überdosis von Nikotin zu erhalten.

Eines der Weitverbreitesten Gerüchte rund um Nikotin ist das es Krebs verursache. Tatsächlich verursacht aber nicht das Nikotin den Krebs. Eine der bekanntesten Studien zu diesem Thema ist die Lung Health Study. In dieser wurde zwar festgestellt dass Nikotin den Wachstum von Tumoren fördert, aber nicht das es der Verursacher des Krebs ist. Allgemein lässt sich sagen dass das Rauchen von Zigaretten zwar verschiedene Arten von Krebs verursachen kann, aber bei Personen die Nikotin konsumieren und das nicht in Form von Zigaretten etc. keine Verbindung zu Krebs nachgewiesen werden kann. Somit lässt sich kein Zusammenhang zwischen der Verursachung von Krebs und Nikotin herstellen.

Da Nikotin als Aufputschmittel fungieren kann und somit den Herzschlag erhöht, erreicht weniger Blut das Herz und es muss stärker arbeiten. Dennoch sind diese Effekte relativ schwach und lassen auch schnell wieder nach. Hiervon ist auch der Blutdruck betroffen, der ebenfalls erst ansteigt doch dann auch relativ schnell wieder auf den vorherigen Wert sinkt.

jetzt mach mal dampfDennoch gibt es einen potentiell gefährlichen Nebeneffekt, nämlich die Auswirkung auf das Endothelium welches eine dünne Schicht in den Blutgefäßen ist. Wenn es zur Beeinträchtigung dieser kommt kann dies eventuell zu Herzinfarkten einem Schlaganfall oder Arterienerkrankungen kommen. Also kann es unter gewissen Umständen und im Fall der häufigen Konsumierung über einen langen Zeitraum eventuell zu Problemen kommen.

Doch was wirklich zählt sind die Auswirkungen von Nikotin auf die Nutzer selbst. Die weiter oben im Artikel genannte Studie (Lung Health Study) wurde durchgeführt um zu erforschen ob sich zwischen Nikotin (in Form von Kaugummi) Krebs und der Beeinflussung der Herzgefäße ein Zusammenhang herstellen lässt. Dennoch konnte dieser aber nicht bewiesen werden. Unter Beachtung der oben genannten Unterschiede bei der Einwirkung von Nikotin auf den Körper bei herkömmlichen und E-Zigaretten, lässt sich allgemein sagen dass falls man Herzprobleme hat das rauchen von E-Zigaretten ein erheblich kleineres Risiko darstellt als das rauchen herkömmlicher Zigaretten.

Euer Dampffrischling Stephan

* basische, besonders in Pflanzen vorkommende Stickstoffverbindung

Weiterführende Links (Quelle Wikipedia)